Industrieprojekt "6G-Terafactory"
Open-RAN basiertes Campusnetz fĂŒr industrielle Echtzeitanwendungen
Motivation
Der Wandel zur Industrie 4.0 ist ein Eckpfeiler der Digitalisierung von Gesellschaft und Wirtschaft. ZukĂŒnftig können im Zuge der Digitalisierung Arbeitsprozesse effizienter gestaltet und der direkte Aufwand von Menschen in der Produktion reduziert werden. Ein erster Schritt in Richtung vernetzter Produktion konnte bereits bei der EinfĂŒhrung von 5G-Campusnetzen gesetzt werden. Allerdings sind diese Technologien noch nicht sehr verbreitet und die Netze sind verhĂ€ltnismĂ€Ăig komplex. Dies rĂŒhrt daher, dass spezielle Mobilfunkexpertise notwendig ist, um die Campusnetze aufzubauen und zu betreiben. FĂŒr eine vollstĂ€ndige Digitalisierung der Industrie ist es daher wĂŒnschenswert, Konzepte fĂŒr Campusnetze zu entwickeln, die kleinen und mittleren Unternehmen einen einfachen Zugang zu innovativen Netztechnologien erlauben. Dies kann beispielsweise erreicht werden, indem die NetzkomplexitĂ€t reduziert oder die Funktionen individuell vereinfacht werden.
Ziele und Vorgehen
Das Ziel des Projekts âOpen-RAN basiertes Campusnetz fĂŒr industrielle Echtzeitanwendungen (6G-Terafactory)â ist es, eine offene Netzarchitektur fĂŒr Campusnetze in einer digitalisierten Fabrik zu entwickeln. Die Campusnetze sollen in einem âBottom-Upâ-Verfahren von Grund auf realisiert werden und zunĂ€chst nur ĂŒber BasisfunktionalitĂ€ten verfĂŒgen. Aufbauend auf einem Open-RAN-Ansatz wird eine VorwĂ€rtskompatibilitĂ€t zu kommenden 6G-Funktionen implementiert, um zukĂŒnftig Campusnetze individuell auf den Bedarf der Endnutzer auszurichten. Insgesamt soll dies die KomplexitĂ€t der Netze reduzieren und so ein Bauplan fĂŒr Campusnetze âout-of-the-boxâ entstehen. Die so entwickelte Campusnetzarchitektur wird bereits im Projektverlauf in eine Fabrik (die sogenannte Terafactory) integriert und dort im Wirkbetrieb an verschiedenen Lastszenarien demonstriert und optimiert.
Innovationen und Perspektiven
Die im Projekt zu entwickelnden âout-of-the-boxâ-Campusnetze können zukĂŒnftig auch bei Unternehmen ohne spezielle Mobilfunkkenntnisse eingesetzt werden. Damit ermöglichen die Projektergebnisse auch kleinen und mittleren Unternehmen den Schritt zur Industrie 4.0 und zur vernetzten Fabrik. Durch die Fokussierung auf eine Open-RAN-Architektur mit offenen Schnittstellen wird anstelle eines monolithischen Aufbaus die UnabhĂ€ngigkeit von groĂen NetzausrĂŒstern erhöht und der Markt der Netzkomponenten auch fĂŒr kleinere Unternehmen geöffnet. Damit kann das Projekt direkt zur Erhöhung der Produktvielfalt am Standort Deutschland beitragen und die technologische SouverĂ€nitĂ€t in Deutschland und im europĂ€ischen Wirtschaftsraum stĂ€rken.